Ehrung: Erich Behlau erhält Andreasmedaille

von Norbert Block

Von Claudia Goldau

Die Jahrestagung des Ermländischen Landvolks 2017 wird dem Vorsitzendem Erich Behlau in besonderer Erinnerung bleiben. Zunächst begann die Tagung mit der Vorstellungsrunde, bei der auch neun Gäste aus dem Ermland begrüßt wurden. Gemeinsam wurden dann die Erinnerungen an die Studienfahrt ins Alte Land geweckt, die Peter Freitag mit zahlreichen Fotos im Sommer 2017 dokumentierte. Man sieht entspannte lachende Gesichter, die die ermländische Gemeinschaft und ein sehr ansprechendes Besichtigungsprogramm sichtlich genießen.

Der Samstag begann mit einem Referat von Polizeihauptmeister Struckmeier, der einige Jahre als Dozent an der Fachhochschule Münster lehrte. In Vorbereitung auf seinen Vortrag unterhielt er sich erstmalig mit seiner Mutter über deren Flucht aus Ostpreußen über das Haff nach Danzig und Mecklenburg. Neben seiner Neubewertung von familiärem Mut erfuhren wir erstaunliches über das subjektive Kriminalitätsempfinden der Deutschen. Er plädierte für eine Differenzierung bei Straftaten und Tätern und gab uns sinnvolle und preiswerte Tipps zur Minderung von Einbruchsrisiken auf den Weg.

Noch ahnte der Vorsitzende Erich Behlau nicht, dass die nachfolgende Programmänderung seiner persönlichen Ehrung anlässlich der Verleihung der Andreas-Medaille geschuldet war, die der Vorstand ohne sein Wissen vorbereitet hatte. Für ihn völlig überraschend trafen der Dekan der Ermländischen Priesterbruderschaft St. Andreas, Msgr. Achim Brennecke, und Norbert Block als Vorsitzender des Ermlandfamilie e.V. ein. Ähnlich erstaunt war er wohl über den spontanen Besuch seines Sohnes Adalbert mit dessen Tochter. Eingebettet in das Mittagsgebet der katholischen Kirche begann der Festakt. Msgr. Brennecke betonte, dass im Sinne von Maximilian Kaller das Ermland so lange existiere, wie Menschen sich dem Ermland zugehörig fühlten. Obwohl er selbst in Köln geboren ist, fühlt er sich durch die Besuche mit seiner Mutter und die Gespräche mit seiner Oma dem Ermland tief verbunden und bezeichnete es als marianisch. Norbert Block würdigte die vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten von Erich Behlau und zitierte sein Motto: „Wir pflegen unsere Kultur, aber wir sind keine ewig gestrigen, sondern blicken in die Zukunft.“ Erich Behlau habe mit ganzer Kraft die ermländische Kultur gelebt und geprägt. Er trat 1994 in die Fußstapfen von Dr. Franz-Josef Herrmann und setzte dessen Arbeit beim Ermländischen Landvolk e.V. fort. Er organisiert die Wallfahrten nach Bethen, unterstützt die deutsche Minderheit im Ermland, war Mitglied im Ermländerrat und in der Ermländervertretung. Er widmete sich der Betreuung von Aussiedlern und war Leiter der Arbeitsgruppe Flucht und Vertreibung in Cloppenburg. Ein ganz besonders bewegendes Erlebnis war für Erich Behlau sicherlich seine Einladung als Ehrengast beim Freilichtgottesdienst mit dem Papst Johannes Paul II. 1991 in Allenstein. Die Auszeichnung habe er - so Norbert Block - mehr als verdient. Diese Auffassung teilten auch die Zuhörerinnen und Zuhörer, die im Anschluss an die Verleihung der Andreas-Medaille lange und anerkennend applaudierten. Der festliche Rahmen wurde durch musikalische Begleitung zweier junger Musikerinnen unterstrichen.

Am Nachmittag fand die Generalversammlung statt. Der Vorstand wurde wiedergewählt und im erweiterten Vorstand werden nun Renate Rautenberg und Peter Freitag die Vorstandsarbeit bereichern.

Der bunte Abend verlief fröhlich und in ermländischer Gemütlichkeit. Beim gemeinsamen Ausklang mit Gesang sind wir berührt und dankbar für den Verlauf des Tages.

Die Heilige Messe feierte Prälat Rainer Lewald am Sonntagmorgen mit uns. Er übernahm auch das Referat zu Flucht und Vertreibung in der Gegenwart. Wieder wird uns bewusst, dass die Sorgen vor mehr als 70 Jahren auch heute noch Menschen auf der Flucht und während der Vertreibung in aller Welt begleiten. Durch die Offenheit von Prälat Lewald wird die Diskussion lebhaft geführt.

Wir freuen uns auf die geplante Studienfahrt nach Fulda im Juli 2018 und auf das traditionelle Wiedersehen zur 67. Jahrestagung vom 5. bis 07. Oktober 2018.

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